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Letztes Update : 15.06.10

 

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Biotechnologienetzwerke

GA-Netzwerk Biotechnologie/Life Science Kompetenzfeld Weiße Biotechnologie gegründet

15.08.2006 - Am 25.07.2006 wurde im Biotechnologiepark Luckenwalde das GA-Netzwerk Biotechnologie/Life Science Kompetenzfeld Weiße Biotechnologie in der Region Berlin-Brandenburg gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehört die TSB-Inititiave BioTOP Berlin-Brandenburg.


Das Netzwerk wird vom Land Brandenburg finanziell gefördert und ist auf eine Laufzeit von 3 Jahren angelegt. Es soll auf nachwachsenden Rohstoffen und Biokatalysatoren basieren.

Gründungsmitglieder sind die Animox GmbH, AVEBE GmbH, Biopol e.V., Biopos e.V., Biotechnologiepark Luckenwalde GmbH, BioTOP Berlin-Brandenburg, Bioworx GmbH, BTU-Cottbus, Chiracon GmbH, Concert GmbH, Dr. Götz Bioverfahrenstechnik, Fermtec GmbH, FH-Lausitz, Glycon GmbH, HAWO ökologische Produktions-, Handels- Logistik GmbH & Co. KG, Corpus Coperate Finance GmbH, Struktur und Wirtschaft Förderungsgesellschaft des Landkreises Teltow-Fläming (SWFG) mbH, Velind Chemie GmbH und die ZukunftsAgentur Brandenburg (ZAB). Das Netzwerk ist offen für weitere Mitglieder.
 
Die Weiße (Industrielle) Biotechnologie agiert branchenübergreifend und weist insbesondere zu der Chemie-, Pharma-, Textil-, Kosmetik - und Lebensmittelindustrie Schnittstellen auf. Schon heute spielt die Weiße Biotechnologie eine bedeutende Rolle bei der nachhaltigen Herstellung von (Fein-) Chemikalien, Wirkstoffen, Lebens- und Futtermitteln, neuen Materialien und Treibstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen. Unter dem Begriff der Life Sciences werden gerade in Berlin-Brandenburg häufig nur die medizinische Biotechnologie und Medizintechnik zusammengefasst (Rote Biotechnologie) und wahrgenommen. Die Industrielle Biotechnologie in der Region Berlin-Brandenburg verfügt über ein großes Potenzial, wird aber als eigenständige Disziplin noch nicht richtig erkannt.
 
Die Ziele des Netzwerkes sind:
Implementierung eines interdisziplinären Clusters Weiße Biotechnologie in Berlin- Brandenburg mit funktionierenden Wertschöpfungsketten
Förderung des Technologietransfers und Initiierung von Kooperationsprojekten zwischen Wirtschaft und Wissenschaft
Erhöhung der Aufmerksamkeit und Stärkung der Weißen Biotechnologie in der Region Berlin-Brandenburg
Vernetzung der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Aktivitäten auf dem Gebiet der industriellen Biotechnologie
Interessensvertretung gegenüber Politik und Förderinstitutionen auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene

Über die Weiße Biotechnologie
 
Biokatalysatoren - Motor der Weißen Biotechnologie

Den Motor der Weißen Biotechnologie bilden Biokatalysatoren, also stoffwechsel-aktive Mikroorganismen (Ganzzellbiokatalyse) und Enzyme. Durch Ganzzell-biotransformationen können Zucker oder komplexere Kohlenhydrate (Stärke, Cellulose) aus nachwachsenden Rohstoffen zu Wert schöpfenden Produkten (z.B. Biokraftstoffe, Vitamine, Aminosäuren, Kosmetika) umgesetzt werden.

Enzyme sind in der Lage, sehr komplexe biochemische Reaktionen durchzuführen. Sie ermöglichen (bio-)chemische Umsetzungen in zellfreien Systemen, sind also auch außerhalb der lebenden Zelle aktiv. In enzymkatalysierten Umsetzungen wird eine Ausgangssubstanz in einem oder mehreren Schritten in ein hochwertiges Endprodukt umgewandelt. Enzyme spielen insbesondere eine herausragende Rolle bei der Herstellung von hoch reinen chemischen Substanzen, wie sie beispielsweise in der Arzneimittelherstellung benötigt werden. Biokatalysatoren arbeiten in der Regel präziser als chemische Katalysatoren, da sie eine höhere Selektivität aufweisen, d.h. nur bestimmte Ausgangsprodukte zu definierten Produkten umsetzen. Ein weiterer Vorteil von Enzymen ist ihre Selektivität, die es ermöglicht, die Produktsicherheit beispielsweise in der Chemie- und Pharmaindustrie signifikant zu erhöhen.
 
Wirtschaftliche Bedeutung
 
Der weltweite Umsatz an Enzymen beträgt ca. 5 Mrd. € bei einer jährlichen Wachstumsrate von 5-10%. Das Marktvolumen der mit Hilfe von Enzymen hergestellten Produkte liegt bei ca. 150 Mrd. € pro Jahr. Die Haupteinsatzgebiete für Enzyme sind Waschmittel (32%), technische Prozesse (20%) und die Herstellung von Lebensmitteln (33%) und Futtermitteln (11%).

Die Weiße Biotechnologie kommt innerhalb der nachhaltigen Chemie eine immer wichtigere Bedeutung zu. Laut einer Studie von McKinsey & Company beträgt der Umsatz der mit Hilfe biotechnologischer Verfahren erzeugten chemischen Produkte rund 30 Mrd. €. Nach aktuellen Prognosen sollen im Jahr 2010 rund 20% aller Chemieprodukte in einer Größenordnung von rund 310 Mrd. US-Dollar auf biotechnologischem Weg hergestellt werden. Insbesondere bei der Produktion von Feinchemikalien (Aminosäuren, Pharmawirkstoffe), Polymeren (auf Basis nachwachsender Rohstoffe), von Spezialchemikalien für die Lebensmittel-, Kosmetik-, Textil- und Lederindustrie sowie von Bulkchemikalien und Building Blocks wird die industrielle Biotechnologie zukünftig ökonomisch und ökologisch überlegene Konzepte anbieten.
 
Gründe für den Wechsel zu biotechnologischen Produktionsverfahren:
Einsparung von Rohstoffen und Energie
Prozessvereinfachung durch Ersatz mehrstufiger chemischer Syntheseverfahren mit biotechnologische Verfahren (Fermentation bzw. enzymatische Synthese)
Optimierung der Produktaufarbeitung und -reinigung im Vergleich zu chemischen Syntheseverfahren
Vermeidung und Reduzierung von Neben- und Abfallprodukten



Kontakt:
 
Netzwerk Life Science/Biotechnologie Kompetenzfeld Weiße Biotechnologie
c/o Thomas Engelhard
Inhaltliches Netzwerkmanagement
Biotechnologiepark Luckenwalde, TGZ I
14943 Luckenwalde
Tel 03371-681-100
Fax: 03371-681-105
E-Mail: bio-luck (at) bio-luck.de

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